Ende einer Pechsträhne

von Peter Tertinegg

Er fluchte halblaut und hielt an. Er stand im Stau.
Dass er immer solches Pech haben musste –
Natürlich war er manchmal auch ungeschickt oder zerstreut und hatte sich dann alles selbst zuzuschreiben. Doch wenn man es objektiv betrachtete, so hatte er in seinem Leben auch viel Pech gehabt, und das schon seit jeher –
Er wollte jetzt erst gar nicht daran denken, dass unlängst auf seinem Lottoschein bei dieser zusätzlichen Gewinnzahl nur eine Ziffer nicht die richtige gewesen war, nämlich die letzte, und wäre es statt dessen die erste gewesen, so hätte er einen mehr als ansehnlichen Betrag gewonnen – doch das war eben typisch für sein ständiges Pech, schon von allem Anfang an: Zuerst Zwillinge, dann er, dann nochmals Zwillinge, und das innerhalb von nicht einmal vier Jahren – wie hätte sich denn da seine Mutter ihm auch mehr widmen können, als sie es ohnehin schon getan, bei der Konstellation –
Von seiner Geburt bis zu dem Lottoschein in der Vorwoche – ein Pech nach dem anderen, er hätte seine zahllosen Missgeschicke gar nicht alle aufzuzählen vermocht –
Plötzlich fluchte er laut, denn er bemerkte, dass ihm noch immer niemand nachgekommen war, da er sich aus Versehen hinter parkenden Autos eingereiht hatte –
Und während er weiterfuhr, begann er dann doch zu lachen, denn ihm war eingefallen, dass wenigstens ab und zu jemand in seiner Richtung an ihm vorbeigefahren sein musste, während er auf die Auflösung des Staus gewartet hatte –

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