Die Beute

von Peter Tertinegg

Es waren seine ersten großen Ferien.
Sie waren auf Sommerfrische, und er zog den ganzen Tag mit Pfeil und Bogen umher.
Seit Tagen schon war seine einzige Sorge: Wie tötete man das Reh, wenn es nicht gleich verendete? Denn er musste ab und zu ein Reh erlegen, wenn er in der Wildnis leben und sich von der Natur ernähren wollte –
Er musste es eben so genau treffen, dass es gleich tot war –
Irgendwann war es dann soweit: Er lag hinter einem kleinen Hügel versteckt, und am Waldesrand äste ein Reh –
Er zielte lange – und sein Herz klopfte und klopfte – dann ließ er den Pfeil los – und kraftlos landete dieser auf halber Strecke –
Das Reh sah hoch, hörte kurz zu malmen auf und äste dann weiter.

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